Debattenbeitrag

Podiumsdiskussion zu Arbeit 4.0 mit Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles in Schwerin


Foto: BMAS/Knoll / regierung-mv.de / DPZ

Die Digitalisierung bringt nicht nur neue Formen der Wertschöpfung und völlig neue Geschäftsmodelle hervor, sondern ändert letztlich unser Wirtschaftssystem sowie unsere Arbeits- und Lebenswelt grundlegend. Auf der Veranstaltung des Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung diskutierten am 18. Februar 2016 Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, und Birgit Hesse, Landesministerin für Arbeit und Soziales in MV. Rund 100 geladene Gäste tauschten sich im Schloss Schwerin über Herausforderungen und Chancen von Arbeit 4.0 aus. Moderiert wurde die Runde von Dominic Schwickert, Geschäftsführer des Progressiven Zentrums und Mitinitiator des DenkraumArbeit.


Aufbauend auf den vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten Grünbuch-Weißbuch-Prozess zu Arbeiten 4.0 ging es darum, mit Expertinnen und Experten aus der Region auf Basis des Leitbilds „Guter Arbeit“ über die Spielregeln der künftigen Arbeitsgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Im Vordergrund der Diskussion stand die Frage, wie Deutschland auf Bundes- und Landesebene die Potenziale des digitalen Umbruchs ausschöpfen – und gleichzeitig die Risiken minimieren kann. Die Ministerinnen identifizierten dabei unter anderem „Zeitpolitik“ und „neue Flexibilitätskompromisse“ als wesentliche Hebel zur sozial ausgewogenen Gestaltung der digitalen Arbeitswelt. So versprechen vernetztes Arbeiten und gerade die Überführung einer starren Präsenzpflicht in betriebliche Arrangements mit weitreichender Flexibilität von Arbeitsort und -zeit für die Beschäftigten von morgen einen enormen Gewinn an Selbstbestimmung – im Hinblick auf Vereinbarkeit von Arbeit, Freizeit und Familie, aber auch hinsichtlich der Demokratisierung der Arbeitsorganisation im Sinne einer partizipativen Unternehmenskultur.

Um die Chancen der zunehmend digitalen Arbeitswelt für eine hohe Erwerbsbeteiligung auch nutzen zu können, ist nach Einschätzung der Ministerinnen eine „Bildung 4.0“-Offensive notwendig, d.h. der Auf- und Ausbau digitaler Kompetenzen auf allen Bildungsebenen. So sollte künftig die Qualifizierung von der Kita über Schule/Hochschule und Ausbildung bis zur betrieblichen Weiterbildung entsprechend sehr viel stärker auf die digitale Arbeitswelt ausgerichtet sein.








Veranstaltungsdatum

18. Februar 2016


Ort

Berlin